Ein defekter Reißverschluss ist selten das Ende des Kleidungsstücks: Der Austausch gehört zum Standard jeder Änderungsschneiderei. Entscheidend sind Länge, Art (teilbar oder nicht) und das Material des Umfelds - eine Jeans näht sich anders als eine Daunenjacke.
Wann sich ein Wechsel lohnt
Ein defekter Reißverschluss ist selten ein Grund, ein Kleidungsstück wegzuwerfen. Der Austausch gehört zum Kerngeschäft jeder Änderungsschneiderei und ist bei den meisten Kleidungsstücken deutlich günstiger als ein Neukauf. Klemmt der Schlitten nur, hilft manchmal schon etwas Kernseife oder Bleistiftmine auf den Zähnen - reißt das Band, springt der Schlitten dauerhaft ab oder fehlen einzelne Zähne, führt an einem Austausch kein Weg vorbei.
Reißverschluss-Arten: teilbar, nicht teilbar, wasserdicht
Nicht jeder Reißverschluss ist gleich. Bei Hosen und Röcken ist er meist nicht teilbar - beide Seiten bleiben unten fest verbunden. Bei Jacken ist er in der Regel teilbar, damit sich die Jacke komplett öffnen lässt. Outdoor- und Regenjacken haben oft einen wasserdichten Reißverschluss mit einer speziellen Beschichtung, der beim Nähen anders behandelt werden muss als ein Standardmodell. Vor dem Wechsel lohnt es, den vorhandenen Reißverschluss genau zu beschreiben oder direkt mitzubringen - das erleichtert die Auswahl des passenden Ersatzes.
So läuft der Austausch ab
Jacken und Mäntel
Bei Jacken wird der alte Reißverschluss meist komplett heraus- und ein neuer eingenäht - besonders bei Winterjacken mit Fütterung ein Arbeitsschritt, der etwas mehr Zeit braucht, weil Außenstoff und Futter getrennt bearbeitet werden.
Hosen und Röcke
Bei Hosen sitzt der Reißverschluss meist im Schritt, oft mit einer zusätzlichen Verdeckung (Blende) davor. Diese Blende muss beim Nähen sauber wieder aufgesetzt werden, damit von außen nichts vom Austausch zu sehen ist.
Taschen und Rucksäcke
Auch an Taschen und Rucksäcken lässt sich ein Reißverschluss austauschen - hier kommt es auf die Breite und den Zahntyp an, da Taschenreißverschlüsse oft gröber und robuster ausgelegt sind als die an Kleidung.
Worauf beim Material zu achten ist
Bei Leder, Daune oder beschichteten Funktionsstoffen braucht die Schneiderei häufig andere Nadeln und Nähtechniken als bei normaler Baumwolle. Wer ein hochwertiges Outdoor-Kleidungsstück oder eine Lederjacke hat, ist mit einer Änderungsschneiderei gut beraten, die auf solche Materialien Erfahrung hat - im Zweifel beim Betrieb direkt danach fragen.
Kann man das selbst machen?
Ein Reißverschluss lässt sich grundsätzlich auch in Eigenregie tauschen, braucht aber eine Nähmaschine, die dickere Nähte verarbeitet, sowie Übung beim exakten Absteppen entlang der Zähne. Gerade bei sichtbaren Nähten an Jacken oder Hosen zeigt sich schnell, ob die Naht sauber sitzt - eine schiefe Blende oder ein wellig eingenähter Reißverschluss lässt sich im Nachhinein nur schwer korrigieren. Für Kleidungsstücke, an denen etwas hängt, lohnt sich deshalb meist der Weg zur Änderungsschneiderei.
Wie lange dauert der Austausch?
Bei einfachen Kleidungsstücken wie einer Hose ist ein Reißverschluss-Wechsel oft innerhalb weniger Werktage erledigt. Bei gefütterten Jacken, Lederstücken oder wasserdichten Materialien braucht die Arbeit etwas mehr Zeit, weil zusätzliche Stofflagen bearbeitet werden müssen. Wer den Reißverschluss dringend braucht, sollte das bei der Abgabe direkt ansprechen - viele Betriebe können bei einfachen Fällen auch kurzfristig helfen.
Farbe und Länge: die richtige Auswahl treffen
Reißverschlüsse gibt es in vielen Farben und Längen - für ein unauffälliges Ergebnis sollte der neue möglichst nah an Farbe und Breite des Originals liegen, besonders wenn er sichtbar ist wie bei einer Jacke. Bei verdeckt eingenähten Reißverschlüssen, etwa im Rücken eines Kleides, spielt die Farbe eine kleinere Rolle, weil außen ohnehin nur ein schmaler Streifen zu sehen ist. Die genaue Länge lässt sich am einfachsten bestimmen, wenn der alte Reißverschluss zur Anprobe mitgebracht oder zumindest ausgemessen wird.
Metall- oder Kunststoffzähne
Reißverschlüsse mit Metallzähnen gelten als robuster und werden häufig bei Jeans und Outdoor-Bekleidung verbaut, während Kunststoffzähne (sogenannte Spiralreißverschlüsse) leichter sind und sich eher bei Kleidern, Röcken und leichteren Jacken finden. Beim Austausch ist es sinnvoll, denselben Typ wie das Original zu wählen - schon allein deshalb, weil sich Metall- und Kunststoffreißverschlüsse unterschiedlich am Stoff anfühlen und optisch auffallen können, wenn sie nicht zum restlichen Kleidungsstück passen.
Pflege nach dem Wechsel
Ein neu eingenähter Reißverschluss braucht in der Regel keine besondere Pflege - er hält sich an dieselben Wasch- und Pflegehinweise wie das restliche Kleidungsstück. Damit der Schlitten lange leichtgängig bleibt, hilft es, ihn beim Öffnen und Schließen nicht zu verkanten und bei hartnäckigem Klemmen lieber ein zweites Mal vorsichtig anzusetzen, statt mit Kraft zu ziehen - das ist ohnehin der Grund, warum viele Reißverschlüsse überhaupt erst ausgetauscht werden müssen.
Reißverschluss wechseln lassen: Betriebe finden
Änderungsschneidereien mit Reißverschluss-Service gibt es unter anderem in Änderungsschneiderei Bremen, Änderungsschneiderei Bochum, Änderungsschneiderei Mannheim und Änderungsschneiderei Dortmund. Wer gleichzeitig ein Kleid anpassen lassen möchte, findet Details im Ratgeber Kleid ändern lassen.